Caesar,
De bello Gallico
I, 16,1-6
Inzwischen forderte Caesar täglich von den Haeduern das Getreide, das sie ihm im Namen ihres Gemeinwesens versprochen hatten.
Denn wegen der kalten Witterung – Gallien liegt, wie bereits erwähnt, in nördlichen Breiten – war nicht nur das Getreide auf den Feldern noch nicht reif, sondern es stand nicht einmal genügend Futter zur Verfügung.
Von dem Getreide aber, das er auf Schiffen den Fluss Arar hinauf hatte transportieren lassen, konnte er nur in geringerem Maße Gebrauch machen, weil die Helvetier ihren Marschweg vom Arar weg verlegt hatten und Caesar sich nicht von ihnen entfernen wollte.
Die Haeduer vertrösteten ihn von einem Tag auf den anderen. Sie erklärten, das Getreide werde zusammengetragen, herbeigeschafft und stehe unmittelbar zur Verfügung.
Als Caesar erkannte, dass man ihn schon zu lange hinhielt und dass der Tag bevorstand, an dem das Getreide an die Soldaten ausgegeben werden musste, ließ er die führenden Männer der Haeduer zusammenrufen, von denen sich eine große Zahl in seinem Lager befand. Unter ihnen waren Diviciacus und Liscus. Liscus bekleidete das höchste Amt, das die Haeduer „Vergobret“ nennen. Dieser Amtsträger wird jeweils für ein Jahr gewählt und besitzt gegenüber seinen Stammesangehörigen die Gewalt über Leben und Tod.
Caesar erhob schwere Vorwürfe gegen sie, weil sie ihn in einer so kritischen Lage und angesichts eines so nahen Feindes nicht unterstützten, obwohl Getreide weder gekauft noch von den Feldern genommen werden konnte. Dies sei umso schwerwiegender, als er den Krieg zu einem großen Teil auf ihre Bitten hin begonnen habe. Noch viel heftiger beklagte er sich darüber, dass man ihn im Stich gelassen habe.
VII, 32,1
Nachdem Caesar sich mehrere Tage in Avaricum aufgehalten und dort große Mengen an Getreide und sonstigem Proviant vorgefunden hatte, ließ er das Heer sich von den Strapazen und Entbehrungen erholen.
VIII, 40,1
Als Caesar entgegen der Erwartung aller nach Uxellodunum gekommen war, bemerkte er, dass die Stadt durch Belagerungswerke eingeschlossen war und dass die Belagerung unter keinen Umständen aufgegeben werden konnte. Da er jedoch von Überläufern erfahren hatte, dass die Einwohner über große Mengen an Getreide verfügten, begann er zu versuchen, den Feind von der Wasserversorgung abzuschneiden.