Der Hohenneuffen –
Über den Höhen des Heidengrabens
Fußläufig zu Erkenbrechtsweiler und hoch über der Stadt Neuffen erhebt sich auf einem markanten Felsen des Albtraufs die Ruine Hohenneuffen. Von ihren Mauern reicht der Blick weit über die Schwäbische Alb, das Neckarland und die Landschaft des Heidengrabens. Wer heute zur Burg hinaufwandert, entdeckt nicht nur eine der größten Festungsruinen Süddeutschlands, sondern auch einen Ort, an dem sich die Geschichte der Region über Jahrtausende hinweg ablesen lässt.
Eine Landschaft voller Geschichte
Lange bevor auf dem Hohenneuffen eine Burg entstand, wurde die umliegende Landschaft bereits von Menschen genutzt. In der Umgebung fanden sich Spuren aus der Jungsteinzeit sowie ein außergewöhnliches bronzezeitliches Brust- oder Kettengehänge vom Hang des Berges.
Wer von den Mauern des Hohenneuffen über die Hochfläche blickt, schaut auf dieselbe Landschaft, die bereits vor mehr als 2.000 Jahren von den Kelten genutzt wurde. Der Berg selbst war zwar nie keltischer Zentralort, doch er bietet einen einzigartigen Blick auf eine der bedeutendsten vorgeschichtlichen Kulturlandschaften Mitteleuropas.
Vom Adelssitz zur Landesfestung
Erst im Hochmittelalter wurde der Berg selbst zum strategischen Mittelpunkt der Region. Um 1140 entstand hier die Stammburg der Herren von Neuffen, eines einflussreichen Adelsgeschlechts im Umfeld der Staufer. Unter den württembergischen Herzögen entwickelte sich die Anlage später zu einer mächtigen Landesfestung. Bastionen, Türme und gewaltige Mauern schützten über Jahrhunderte einen der wichtigsten Stützpunkte Württembergs am Albtrauf.
Die außergewöhnliche Lage machte die Festung so stark, dass sie in ihrer langen Geschichte nie gewaltsam erobert werden konnte. Noch heute lassen die erhaltenen Mauern, Wehrgänge und Kasematten erahnen, welche Bedeutung der Hohenneuffen einst für die Herrschaft über die Region besaß.
Mehr als eine Burgruine
Die Mauern erzählen jedoch nicht nur von Rittern, Herzögen und Soldaten. Im Jahr 1737 wurde hier Joseph Süß Oppenheimer für kurze Zeit gefangen gehalten, bevor er auf den Hohenasperg verlegt wurde. Mehr als zweihundert Jahre später schrieb der Hohenneuffen erneut Geschichte: 1948 trafen sich auf der Ruine Vertreter der südwestdeutschen Länder und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur späteren Gründung Baden-Württembergs.
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