Plinius,
Naturalis Historia
16,249–251.

Die Druiden halten nichts heiliger als die Mistel und den Baum, auf welchem sie wächst – namentlich die Eiche. Vor allem aber am sechsten Tage nach dem Neumond, welcher bei ihnen den Anfang der Monate und Jahre, und nach Verlauf von dreißig Jahren den eines neuen Saeculums macht. Sie wählen diesen Tag, weil der Mond schon Kräfte genug hat und noch nicht halb voll ist. Der Priester in weißem Gewand schneidet mit einer goldenen Sichel die Mistel ab, welche in einem weißen Tuch aufgefangen wird. Sie glauben, ein aus diesem Gewächs bereiteter Trank mache jedes unfruchtbare Tier fruchtbar und sei ein Hilfsmittel gegen alle Gifte.