Ein barfüßiger Mensch und ein Wanderer mit modernem Bergschuh gehen auf demselben Weg durch die Landschaft. Im Vordergrund sind ein nackter Fußabdruck und der Abdruck eines Profilschuhs im Boden zu sehen. Die tief stehende Abendsonne taucht die hügelige Kulturlandschaft in warmes Licht und symbolisiert die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Spuren in der Landschaft

Der Heidengraben ist keine Landschaft neben der Geschichte. Er ist eine Landschaft voller Geschichte. Und diese Geschichte wird bis heute weitergeschrieben.
Der Heidengraben ist eine seit Jahrtausenden gewachsene Kulturlandschaft, in der man Wälder, Äcker, Wiesen und Dörfer sieht – die auf den ersten Blick auch selbstverständlich erscheint. Kaum ein anderer Ort auf der Schwäbischen Alb wurde über so lange Zeit von Menschen genutzt, verändert und gestaltet.

Eine Kulturlandschaft im Wandel

Bereits in der Jungsteinzeit ließen sich hier Menschen nieder. Sie rodeten Wälder, legten erste Felder an und begannen, die Landschaft nach ihren Bedürfnissen zu formen. In der Bronzezeit entstanden erste Siedlungen. Die Kelten errichteten schließlich mit dem Heidengraben eine der größten befestigten Siedlungen Europas. Mächtige Wälle, Toranlagen, Wege und Wirtschaftsflächen prägten das Bild der Hochfläche und schufen eine Kulturlandschaft, deren Grundstruktur bis heute erhalten geblieben ist.
Doch Geschichte endet nicht mit archäologischen Funden. Sie setzt sich mit jeder Generation fort.

Ein Besucher geht über einen hölzernen Bohlenweg im archäologischen Erlebnisfeld Heidengraben. Der Weg führt durch die offene Kulturlandschaft der Schwäbischen Alb und steht sinnbildlich für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.
Seit Jahrtausenden sind Menschen am Heidengraben unterwegs. Wege verbinden nicht nur Orte, sondern auch Generationen.

Auch nach den Kelten blieb der Heidengraben Lebensraum. Römer, Alamannen und Menschen des Mittelalters bewirtschafteten dieselben Höhenzüge, legten neue Wege an und gründeten Dörfer, die bis heute bestehen. Streuobstwiesen, Feldraine, Wacholderheiden und Äcker erzählen von Jahrhunderten menschlicher Arbeit. Viele Wege, auf denen wir heute wandern, folgen noch immer historischen Trassen.
Der Heidengraben ist deshalb kein Archaeopark und kein eingefrorener Ort der Vergangenheit. Er ist eine lebendige Kulturlandschaft, die sich ständig verändert und dennoch ihre Geschichte bewahrt.

Eine Besuchergruppe versammelt sich bei einer nächtlichen Führung am Heidengraben um ein kleines Feuer. Über der winterlichen Landschaft leuchtet der Vollmond und macht den historischen Ort auch heute zu einem Treffpunkt für gemeinsame Erlebnisse.
Auch heute kommen Menschen hier zusammen – zum Wandern, Staunen und gemeinsamen Erleben. Geschichte wird nicht nur erzählt, sondern gemeinsam erlebt.

Auch heute entstehen hier neue Erinnerungen. Menschen wandern über die Albhochfläche, erleben Sonnenaufgänge und Vollmondnächte, lauschen Geschichten aus der Vergangenheit oder begegnen sich bei Veranstaltungen und Führungen. So wird der Heidengraben nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu erlebt.
Geschichte ist nicht nur das, was vergangen ist. Sie entsteht auch durch die Menschen, die heute hier leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen und ihre Heimat gestalten.
Jede Generation hinterlässt ihre eigenen Spuren. Manche bleiben über Jahrtausende sichtbar, andere nur für kurze Zeit. Im heutigen Panorama entdeckt man auf einem Acker den Schriftzug der Hülbener Rockband Willkuer. Ein Landwirt und Unterstützer der Band säte ihn mit viel Engagement und einem Augenzwinkern in sein Feld. Das Motiv zeigt, dass Kultur und Heimatverbundenheit auch heute Teil dieser Landschaft sind.

Luftaufnahme eines Ackers am Heidengraben, in den der Schriftzug „Willkuer“ eingesät wurde. Das vergängliche Feldmotiv steht beispielhaft für die Spuren, die Menschen auch heute in der Kulturlandschaft hinterlassen.
Manche Spuren erkennt man aus besonderen Perspektiven. Der eingesäte Schriftzug der Hülbener Band Willkuer zeigt, dass Menschen ihre Verbundenheit mit der Heimat bis heute in die Landschaft einschreiben.

Menschen gestalten ihre Heimat. Sie leben hier, arbeiten hier, feiern hier und hinterlassen - wie jede Generation- ihre Spuren: gestern, heute und morgen.
Die Region am Heidengraben zeigt sie – und erzählt ihre Geschichte weiter.


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